Kelly`s Ride IX

In der Nacht vom 23. auf den 24.Dezember 2011 um ca. 4h morgens hat alles angefangen. Hayley zeigte Symptome einer Magen-Darm-Grippe mit sehr hohem Fieber. Irgend etwas stimmte nicht. Wir fuhren voller Angst zur Notaufnahme, da sie sehr schläfrig und apathisch war. Sie zeigte sehr wenig Reaktionen und schlief ständig ein.

In der Notaufnahme bekam sie ein fiebersenkendes Mittel und als das Fieber etwas gesunken war, schickte man uns wieder nach Hause. Ich legte sie ins Bett und ihr Zustand verschlimmete sich zusehends.

Am nächsten Morgen, bei immer noch schlechtem Zustand, rief ich die Kinderarztpraxis an. Wir durften erst gegen 11h hin, das Wartezimmer brechend voll. Auch der Kinderarzt diagnostizierte eine Magen-Darm-Infektion und wieder einmal wurden wir nach Hause geschickt. Aber ihr Zustand  besserte sich überhaupt nicht. Beim Windel wechseln stellte ich dann Rötungen an Bauch und Beinen fest und rief daraufhin den Arzt nochmal an, der uns dann bat, nochmal vorstellig zu werden. Wie gehabt war das Wartezimmer voll.

Er kam von der Station und ich bat ihn, Hayley vorzuziehen. Dies tat er auch. Ich zog Hayley aus, sie war vollkommen apathisch. Er sah sich sie an, guckte mich an und sagte, dass wir sofort auf die Station müssen. "Wir müssen jetzt schnell machen", waren seine Worte.

Oben angekommen ,wurde uns gesagt, dass es keine normale Kinderkrankheit ist und sie legten die ersten Infusionen. Hayleys Körper war übersät von kleinen roten Punkten..

" Überlebt Hayley das?" habe ich gefragt und er sagte "Ich habe ein gutes Gefühl"...

Er überwies uns nach Aachen ins Klinikum. Krankenwagen und Notarzt fuhren in einem rasanten Tempo ins Klinikum, wo Hayley sofort drei Stunden lang behandelt wurde.

Die Wartezeit war die Hölle!

Als die Ärztin um 20h den Wartesaal betrat, erklärte sie uns, woran Hayley erkrankt war. Wir mussten die ersten 24 Stunden hinter uns haben, um überhaupt zu sehen, wie es weitergehen wird. Alle , die die letzten drei Tage mit Hayley Kontakt hatten, bekamen ein Antibiotikum gegen die Ansteckungsgefahr.

Als wir mit Mundschutz und steriler Kleidung zu unserer Tochter durften, wurde schon gegen die Krankheit angekämpft. Wir waren ständig bei ihr, haben mit ihr geredet, haben gebetet,..

Wir wussten schon nach kurzer Zeit, dass sie ihr Füßchen wahrscheinlich verlieren wird.

An einer Hand zeigten sich ebenfalls Verfärbungen. Daumen und kleiner Finger waren am schwersten betroffen.

Die Ärzte erklärten uns, dass uns eine sehr schwere OP erwartete. Sie waren positiv eingestellt und erklärten uns, dass sie das sehr wohl mit einem guten Team hinbekommen würden.

Nachdem die OP vorbei erholte sich Hayley wie ein kleines Wunder auf ganz kurze Zeit, so dass wir schon 4 Tage danach die Intensivstation verlassen durften.

Sie verlor nicht nur ihren Fuß, sondern auch den Unterschenkel bis kurz unter dem Knie und jeweils das erste Glied des Daumens und des kleinen Fingers. Die anderen Finger dieser Hand weisen durch die Nekrosen der Fingerspitzen Verwachsungen auf. Ihr kleiner Körper weist überall tiefe Narben auf.

Unsere kleine Maus hat so tapfer gekämpft, daß der Chirurg nach einer Woche zu uns ins Zimmer kam und uns die freudige Nachricht mitteilte, daß wir nach Hause durften. Wir waren so happy! Zu Hause angekommen, setzte ich Hayley in einem mit Ballons überfüllten Spielpärkchen ab und wir waren endlich wieder zu Hause.

2 Wochen später bekam ich den Anruf, dass in der Reha Meerbusch ein Platz für uns frei war. Dort bekamen wir ein schönes Zimmer und der Austausch mit anderen Müttern tat gut.

Dort waren wir 5 Wochen. Zu unserem Glück machte sich in dieser Zeit eine Kinderphysiotherapeutin in Eupen selbstständig, so daß wir die Therapie zu Hause in unserer gewohnten Umgebung fortsetzen konnten.

Hayley lernte vom selbständigen Hinsetzen bis hin zum Laufen alles sehr schnell. Sie hat eine starken Willen und will mit ihrem kleinen Kopf durch die Wand. Sie entwickelt sich einfach toll, sei es sprachlich, motorisch und auch sozial. Dies grenzt für uns alle, die sich um sie kümmern und lieben, an unser eigenes kleines Wunder und wir sind sehr dankbar dafür.

Ein Rückschlag kam dann ein Jahr später bei einer Kontrolluntersuchung. Das Ultraschallbild des angeblich "gesunden " Beines wies innerliche Verletzungen vor. Die Bakterien haben die Wachstumsfuge des Knies und des Fußgelenkes angegriffen, so dass das Bein  während aller Wachstumsphasen bis zum "Ausgewachsen sein", immer wieder mittels OP gerichtet werden muß. Um dies hinauszuzögern, trägt sie nachts eine Orthese, die vom Füßchen bis zur Hüfte reicht. Nach kurzer Zeit war jedoch klar, dass das nicht ausreicht und sie zur Unterstützung nun auch übertags eine Tagesorthese tragen muß.

Diese Angst, die bei jeder Magen-Darm-Grippe, bei jeder Erkrankung der Kleinen, immer wieder in mir hochkommt, wird mich wohl mein Leben lang begleiten.

Hiermit möchte ich alle Eltern dazu sensibilisieren, bei Feststellung der erwähnten Symptome, vor allen Dingen bei Hautrötungen in Kombination mit hohem Fieber, achtsam zu sein und schnellstmöglich zu handeln.

Trotz allem, trotz dieses schweren Schicksals sind wir unheimlich dankbar dafür, daß wir Hayley haben dürfen, daß sie sich so toll entwickelt, daß sie mit ihrem Mut ,Ihrem Willen, Ihrer Freude, ihrer Stärke uns ansteckt , uns Mut macht und uns positiv in die Zukunft blicken läßt!

Wenn sie lacht, scheint für uns die Sonne!

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Lotharstr 20
52531 Übach Palenberg

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Michael Höll

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